Zuschuss zur Entgeltfortzahlung für Ihr Dienstnehmer

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall


Im Krankheitsfall und der daraus folgenden Arbeitsunfähigkeit ist für den Zeitraum des Anspruches auf Entgeltfortzahlung Ihr Beitrag weiter zu entrichten. Der Anspruch richtet sich nach dem jeweils für das Dienst-/Arbeitsverhältnis gültigen Gesetz ( wie z.B. das Angestelltengesetz). Ist der Anspruch auf volle Entgeltfortzahlung aufgebraucht, besteht nur dann Beitragspflicht, wenn das gewährte Entgelt das Ausmaß von 50 % der vollen Geld- und Sachbezüge vor dem Eintritt in die Arbeitsunfähigkeit erreicht oder überschreitet.

Arbeiter

Arbeitnehmer, die dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) unterliegen, haben folgende Ansprüche:

Dauer des Dienstverhältnisses

Anspruch bei Krankheit bzw. Unglücksfall pro Arbeitsjahr/Kalenderjahr

Arbeitsunfall bzw. Berufskrankheit pro Anlassfall

bis fünf Jahre

sechs Wochen - vier Wochen halbes Entgelt

acht Wochen

über fünf Jahre

acht Wochen - vier Wochen halbes Entgelt

acht Wochen

über 15 Jahre

zehn Wochen - vier Wochen halbes Entgelt

zehn Wochen

über 25 Jahre

zwölf Wochen - vier Wochen halbes Entgelt

zehn Wochen

Anrechnung von Vordienstzeiten Dienstzeiten beim selben Arbeitgeber, die keine längere Unterbrechung als jeweils 60 Tage aufweisen, sind als Voridenstzeiten anzurechnen. Die Zusammenrechnung unterbleibt jedoch, wenn die Unterbrechung durch eine Arbeitnehmerkündigung, einen Austritt ohne wichtigen Grund oder eine verschuldete Entlassung begründet wurde. Liegen Beschäftigungszeiten zu einem anderen Arbeitgeber vor, sind diese anzurechnen, wenn

  • der Arbeitgeberwechsel durch den Übergang des Unternehmens, Betriebes oder Betriebsteiles erfolgte,
  • die Anrechnung der im früheren Dienstzeiten für die Bemessung des Urlaubes, der Kündigungsfrist sowie der Entgeltfortzahlung vereinbart wurde,
  • die Dienstzeiten keine längere Unterbrechung als 60 Tage aufweisen und

Angestellte

Arbeitnehmer, die dem Angestelltengesetz (AngG) unterliegen, verfügen über folgende Ansprüche:

Dauer des Dienstverhältnisses

Anspruch auf volles Entgelt

Anspruch auf halbes Entgelt

bis fünf Jahre

sechs Wochen

vier Wochen

bis fünf Jahre bei Arbeitsunfall bzw. Berufskrankheit

acht Wochen

vier Wochen

über fünf Jahre

acht Wochen

vier Wochen

über 15 Jahre

zehn Wochen

vier Wochen

über 25 Jahre

zwölf Wochen

vier Wochen

Anrechnung von Vordienstzeiten Das AngG selbst kennt keine Anrechnung von Vordienstzeiten. Eine freiwillige Anrechnung von Vordienstzeiten ist aber immer möglich.

Lehrlinge

Für Lehrlinge gelten hinsichtlich der Entgeltfortzahlung die entsprechenden Bestimmungen des Berufsausbildungsgesetzes (§ 17a BAG).

 

Entgeltfortzahlungsfonds bei der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA)

Die AUVA kann Unternehmen mit weniger als 51 Dienstnehmern Zuschüsse zur Entgeltfortzahlung bei Arbeitsverhinderung durch Krankheit sowie nach Unfällen (Arbeits- und Freizeitunfälle) gewähren. 

Zuschussberechtigte Dienstgeber

Zuschussberechtigt sind alle Dienstgeber, wenn

  • sie in ihrem Betrieb regelmäßig weniger als 51 Dienstnehmer beschäftigen,
  • ihr Dienstnehmer bei der AUVA versichert ist,
  • ihr Dienstnehmer nach dem 30.9.2002 einen Unfall hatte bzw. nach dem 31.12.2004 eine Arbeitsverhinderung durch Krankheit eingetreten ist,
  • die Arbeitsverhinderung bei einem Unfall länger als drei oder bei Krankheit länger als zehn aufeinander folgende Tage dauerte,
  • das Entgelt fortgezahlt wurde,
  • sie einen Zuschuss-Antrag stellen.

 

Erläuterungen der Dienstnehmerzahl

·         Bei wechselnder Dienstnehmerzahl liegt ein solcher Betrieb auch dann vor, wenn die vorhersehbare durchschnittliche Dienstnehmerzahl pro Jahr nicht mehr als 50 beträgt und an nicht mehr als 30 Tagen im Jahr mehr als 75 Dienstnehmer beschäftigt werden.

·         Ein solcher Betrieb liegt auch dann vor, wenn die Anzahl von 50 Dienstnehmern nur deshalb überschritten wird, weil der Betrieb bis zu drei Lehrlinge oder begünstigte Behinderte im Sinne des Behinderteneinstellungsgesetzes beschäftigt. Das gilt nicht für Betriebe, die vorwiegend der Ausbildung Jugendlicher oder der Beschäftigung Behinderter dienen, wie Lehrwerkstätten oder integrative Betriebe.

 

Höhe des Zuschusses

Der Zuschuss beträgt 50 % zuzüglich eines Zuschlages für die Sonderzahlungen in der Höhe von 8,34 % des jeweils tatsächlich fortgezahlten Entgeltes (mit Ausnahme der Sonderzahlungen). Für die Ermittlung der Höhe der Zuschüsse ist das jeweils tatsächlich fortgezahlte Entgelt bis höchstens zum Eineinhalbfachen der täglichen Höchstbeitragsgrundlage nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) heranzuziehen (2017: EUR 249,00). Bei Arbeitsverhinderung nach Unfällen gebühren Zuschüsse ab dem ersten Tag der Arbeitsverhinderung für die Dauer der tatsächlichen Entgeltfortzahlung (bis höchstens 42 Tage je Arbeitsjahr/Kalenderjahr), wenn die Arbeitsverhinderung länger als drei aufeinander folgende Tage gedauert hat. Bei Arbeitsverhinderung durch Krankheit gebühren Zuschüsse ab dem elften Tag der Arbeitsverhinderung für die Dauer der tatsächlichen Entgeltfortzahlung (bis höchstens 42 Tage je Arbeitsjahr/Kalenderjahr), wenn die Arbeitsverhinderung länger als zehn aufeinander folgende Tage gedauert hat. Je Dienstverhältnis werden Zuschüsse bei Arbeitsverhinderungen nach Unfällen und durch Krankheit für insgesamt höchstens 42 Tage pro Arbeitsjahr/Kalenderjahr gewährt. 

Auszahlung des Zuschusses

Der Zuschuss wird ausgezahlt

  • jeweils im Nachhinein innerhalb eines Monates nach dem Ende des Quartals, in dem der Antrag gestellt wurde,
  • für die Dauer der tatsächlichen Entgeltfortzahlung, längstens jedoch für 42 Kalendertage je Dienstverhältnis pro Arbeitsjahr/Kalenderjahr.

Rückforderung eines zu Unrecht geleisteten Zuschusses

Die AUVA hat einen zu Unrecht geleisteten Zuschuss vom Dienstgeber zurückzufordern. Das Recht auf Rückforderung verjährt binnen drei Jahren nach dem Zeitpunkt, in dem der AUVA bekannt geworden ist, dass der Zuschuss zu Unrecht geleistet wurde. Die AUVA kann bei Vorliegen berücksichtigungswürdiger Umstände, z. B. der wirtschaftlichen Verhältnisse, auf die Rückforderung ganz oder teilweise verzichten oder die Rückzahlung in Teilbeträgen zulassen. 

Ausschluss von Zuschüssen infolge Zeitablauf

Der Antrag auf Zuschuss ist innerhalb von drei Jahren nach dem Beginn des Entgeltfortzahlungsanspruches zu stellen.

https://www.wu.ac.at/fileadmin...

https://www.sozialversicherung...

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