Begünstigte Behinderte – Ausgleichstaxe

Begünstigte Behinderte – Ausgleichstaxe

Begünstigte Behinderte Ausgleichstaxe Sozialministeriumservice Pflichtzahl Behinderung Über 24 Mitarbeiter


Nicht zu unterschätzen sind die Kostenexplosionen, die entstehen, wenn man über 24 Mitarbeiter beschäftigt und keine Person mit einem Feststellungsbescheid einer Behinderung eingestellt hat. Die genaue Höhe dieser Summe und wie sie berechnet wird, erfahren Sie hier.

Die sogenannte Pflichtzahl errechnet das Sozialministeriumservice um die Ausgleichstaxe den entsprechenden Betrieben jährlich nach Ablauf eines Kalenderjahres vorschreiben zu können. Pflichtzahl bedeutet, dass pro 25 Dienstnehmer ein begünstigter Behinderter im Unternehmen beschäftigt sein muss. Dazu wird die Anzahl im Betrieb beschäftigten Dienstnehmer eruiert. Die Ausgleichstaxe fließt in den Ausgleichstaxfond. Aus diesem Fond werden die Förderungen für Menschen mit Behinderungen für die berufliche oder soziale Integration finanziert.

 

Was sind begünstigte Behinderte? 

In den Topf „Begünstigte Behinderte“ fallen jene österreichischen Staatsbürger, bei denen nach dem Behinderteneinstellungsgesetz von den Sozialämtern ein Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent mittels Bescheid festgestellt wird.

 

Nicht nur österreichische Staatsbürger sondern auch EWR-Bürger, Schweizer Bürger, Unionsbürger, Asylberechtigte Flüchtlinge während der Aufenthaltsberechtigung, Drittstaatsangehörige mit Arbeitsgenehmigung sind gleichgeordnet.


Wie wird die Ausgleichstaxe berechnet?

Die Ausgleichstaxe beträgt monatlich € 253,00 für jeden nicht beschäftigten begünstigten Behinderten.

Bei einer österreichweiten Gesamtbeschäftigung von 100 -399 Dienstnehmern beträgt diese € 355,00 und ab 400 Dienstnehmern € 377,00.

Beispiel
Ein Dienstgeber beschäftigt 176 Dienstnehmer. Er müsste daher 7 begünstigte Behinderte einstellen. Wenn er dies nicht macht, wird ihm pro Monat eine Ausgleichstaxe in der Höhe von € 2.485,00 vorgeschrieben.

 

 

Wenn Sie sich dafür entscheiden einen Dienstnehmer aus dem begünstigten Behinderten Personenkreis einzustellen, brauchen Sie auch eine behindertengerechte Ausstattung seines Arbeitsplatzes. Der Verdienst muss dem seiner Arbeitskollegen gleichgestellt sein und es gibt einen besonderen Kündigungsschutz mit unterschiedlichen Rechtsgrundlagen.

 

Bei eingegangenen Dienstverhältnissen vor dem 01.01.2011 ist eine Kündigung nur dann rechtswirksam, wenn der Behindertenausschuss vor Ausspruch der Kündigung seine Zustimmung erteilt hat.

Wenn das Dienstverhältnis nach dem 01.01.2011 abgeschlossen wurde und ein Feststellungsbescheid vorhanden ist, tritt der besondere Kündigungsschutz erst nach 4 Jahren ein und eine Zustimmung des Behindertenausschusses ist nicht notwendig.

 

Andererseits muss die Zustimmung vom Behindertenausschuss eingeholt werden, wenn die Behinderteneigenschaft zu Beginn des Arbeitsverhältnisses noch nicht laut Bescheid festgestellt wurde und die Kündigung nach 6-Monatiger Betriebszugehörigkeit ausgesprochen werden soll. 

Eine Behindertenvertrauensperons ist dann notwendig, wenn man im Betrieb dauernd mindestens fünf begünstigte Behinderte tätig sind.

 

Wie oben schon erwähnt, gibt es viele Lohnkostenzuschüsse, die vom Sozialministeriumservice abgewickelt werden. Bei Einstellung eines begünstigten Behinderten entfallen pro Person in jedem Fall die Lohnnebenkosten:

  • Dienstgeberbeitrag
  • Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag
  • Kommunalsteuer
  • U-Bahn-Steuer (Wien)

 

Alle wichtigen Informationen zu Förderungen finden Sie im Internet unter www.sozialministeriumservice.at.

 Quelle: www.sozialministeriumservice.at.

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